STRESS
STRESS
und chronischer SCHMERZ

Zunächst eine gute Nachricht für alle Schmerzpatienten

Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik

Was ist Streß?

Streß ist eine unwillkürliche und unspezifische Reaktion des Organismus auf mehreren Ebenen. D.h. Körper und Psyche reagieren gleichermaßen auf die Streß belastung: es sind z.B: die Muskulatur, das Hormon- und das Nervensystem - aber auch die Gefühle, die Gedanken und das Verhalten betroffen.

Diese Reaktion ist durch die Besonderheiten des Organismus geprägt (aktuelle Belastbarkeit, genetisches „Rüstzeug“, Gesundheitszustand / bestehende chronische Erkrankung bzw. Schmerz en, individuelle Erfahrungen / Bewertungen / Einstellungen, subjektiv eingeschätzte Fertigkeiten und Kontrollerwartung u.v.m.) und erfolgt auf Stressoren hin (d.h. auf alle möglichen Anforderungen, die das Gleichgewicht und das Wohlergehen des Organismus beeinträchtigen können, v.a. dann, wenn eine emotional belastende Diskrepanz Zwischen den Anforderungen einer Situation und den im Augenblick verfügbaren bzw. wirksamen Bewältigungs- und Handlungsmöglichkeiten besteht).

Dies führt oftmals zu ungünstigen, den Schmerz verstärkenden und sogar gesundheitsschädlichen langfristigen Reaktionen und Konsequenzen auf den verschiedenen organismischen Ebenen bei Dauerbelastung (vgl. dazu z.B. Kaluza, 1996; Wagner-Link, 2001).

Gerade die körperlichen Anteile der Streß reaktion (muskuläre Anspannung bzw. Verspannung, vegetativ-sympathische Aktivierung, endokrinologische Streß reaktion, immunologische Streß reaktion) können bei einem chronischen Schmerz von großer Bedeutsamkeit sein - sowohl bei der Entstehung einer chronischen Schmerzerkrankung als auch bei deren Aufrechterhaltung.

Wie ausgeprägt der Einfluß von Streß jedoch ist, hängt maßgeblich von der individuellen Streß verarbeitung ab: diese betrifft sowohl die Wahrnehmung von Streß belastung, deren subjektive Bewertung sowie die Bewältigung dieser Streß belastung (z.B. Suche nach angemessenen Lösungsmöglichkeiten, Einsatz sozialer Fertigkeiten, hilfreiche Einstellungen und Selbstinstruktionen, Versuche zur Anpassung an die Situation bzw. Versuche zum Abbau der Streß reaktion selbst wie Entspannung, Emotionsregulation, Ablenkung, Abreaktion, Flexibilität in der Methodenauswahl).

Warum ist Streß bzw. die Belastung durch Stressoren gerade für Personen, die unter einem chronischen Schmerz leiden, ein sehr wichtiges Thema?

 1.) Die bestehende chronische Schmerz erkrankung vermehrt das Ausmaß an Belastung:

Der Schmerz selbst ist ein Stressor!

Schmerz en lösen eine umfassende psychophysiologische Streß reaktion aus. Chronische Schmerzen senken dadurch oft dauerhaft sowohl die psychische als auch die körperliche Belastbarkeit und damit die Kapazitäten, dem anfallenden alltäglichen Streß effektiv zu begegnen. Erschöpfung, Dünnhäutigkeit und wiederum verstärkte Schmerz en sind oftmals die Folge.

Häufig reagieren Personen, die an einem chronischen Schmerz leiden, leichter (d.h. schneller und früher), empfindlicher (auch auf „milde“ Stressoren), heftiger (exzessivere körperliche Streß reaktion), länger (die Streß reaktion ebbt nur langsam wieder ab) oder sogar qualitativ anders auf eine Streß belastung. Es besteht bei Schmerz patienten zudem eine erhöhte Neigung zu Hilflosigkeitsgefühlen, zu Resignation, zu Vermeidungsverhalten oder Rückzug, z.T. liegt ein Mangel an Ausdrucksmöglichkeiten für „negative“ Gefühle vor - dies kann sich langfristig wiederum streß- wie auch schmerz vermehrend auswirken.

b) Die Folgen einer chronischen Schmerzkrankheit können oftmals zum Stressor werden!

Nicht nur der bestehende Schmerz selbst sondern auch die durchgeführten diagnostischen Maßnahmen bzw. häufig die diagnostische Unklarheit sowie die schmerz bezogenen Behandlungsmaßnahmen stellen weitere, einer chronischen Schmerz erkrankung immanente Stressoren dar.

Eine massive Streß belastung entsteht in vielen Fällen durch Probleme am Arbeitsplatz, durch Krankschreibung / Arbeitsunfähigkeitszeiten, Umsetzung am Arbeitsplatz, Verlust des Arbeitsplatzes, Umschulungsmaßnahmen usw. bis hin zur Begutachtung, Beantragung eines GdB oder einer Erwerbsunfähigkeitsrente.

Und auch im sozialen Umfeld steigt durch eine chronische Schmerz erkrankung das Streß niveau für alle Beteiligten. Personen, die unter einem chronischen Schmerz leiden, müssen z.T. umgehen lernen mit Sorge, Hilflosigkeit oder sogar Unverständnis im Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis, mit Unterstellungen der Simulation bzw. Aggravation, mit Appellen („Reiß Dich zusammen!“, „Hab´ Dich nicht so!“), Ratschlägen („Kein Wunder, daß ..., mach doch lieber...“, „Hast Du ... schon mal ausprobiert, diese neue Methode...“) oder gut gemeinter, aber übertriebener Fürsorge.

 c) Fehlen von Ausgleich und streß inkompatiblen Erlebens!

Durch solche chronischen Belastungen fehlt zudem oftmals die Zeit und auch die Energie für Ausgleich, Entspannung und Erholung, wodurch sich ein bestehender Schmerz wiederum verstärken kann. Der Teufelskreis aus Schmerz, Streß, den körperlichen Streß folgen (z.B. muskulären Verspannungen oder einem ungünstigen Erregungsmuster im vegetativen Nervensystem), mangelnder oder mißglückter Streßbewältigung, Erschöpfung und Verschlechterung des psychischen Befindens und verstärkten Schmerz en schließt sich! 


 2.) Die individuelle Streß verarbeitung einer Person nimmt maßgeblichen Einfluß auf die streß bedingte Chronifizierung von Schmerzerkrankungen:

Ist die Streß verarbeitung einer Person, die unter einem chronischen Schmerz leidet, ineffektiv, nicht ausreichend situationsangepaßt oder führt sie zu Streß vermehrung, zu Schmerz verstärkung oder langfristig zu eindeutig nachteiligen Konsequenzen für den Gesamtorganismus (z.B. weitere Schmerz chronifizierung), so wird von einer „maladaptiven Streß verarbeitung“ gesprochen. Diese ist als ein wesentlicher psychosozialer Chronifizierungsfaktor bei bestehenden Schmerz en anzusehen (vgl. Klinger et al., 2000).

 Zudem können gesundheitliche Risikoverhaltensweisen gerade in Belastungssituationen als Teil der Streß reaktion und auch im Rahmen einer Schmerz erkrankung als Teil des Versuchs, mit den Schmerz en umzugehen, auftreten: z.B. Zigarettenrauchen zur Ablenkung, Alkoholkonsum zur Beruhigung und Entspannung, übermäßiges oder hochkalorisches Essen als einzig möglicher Genuß, Medikamenten-Konsum aufgrund von Hilflosigkeit dem Schmerz gegenüber, mangelnde Fitneß bzw. übermäßige körperliche Schonung aufgrund der Angst vor Schmerzverstärkung u.v.m.. Diese Risikoverhaltensweisen mindern jedoch langfristig die Belastbarkeit des Organismus noch weiter, senken seine Widerstandskraft dem bestehenden Schmerz gegenüber und führen in aller Regel eine noch raschere Erschöpfung und Schmerzchronifizierung herbei - ganz abgesehen von anderen langfristigen gesundheitlichen Folgen.

3.) Bei vielen Schmerz erkrankungen ist Streß maßgeblich an der Entstehung der Schmerz en oder deren Chronifizierung beteiligt bzw. verbesserte Streß bewältigungsfertigkeiten führen zu einer Schmerz-Linderung!

a) Die Bedeutung von Stressoreneinfluß bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen Schmerz erkrankungen wird diskutiert z.B. bei Spannungskopfschmerzen, chronischen (v.a. unspezifischen) Rückenschmerzen und atypischem Gesichtsschmerz und ist sogar als auslösendes Moment anzusehen bei einem psychosomatischen Schmerz bzw. anhaltender somatoformer Schmerzstörung.

b) Für eine Schmerzverstärkung bei bestehender Schmerzerkrankung bzw. Anstieg des Risikos für gehäufte Schmerzanfälle im Rahmen der psychophysiologischen Streßreaktion besteht beispielsweise Evidenz bei Migräne*, bei prä- und perimenstruellen Schmerzen, bei Neuralgie n und Neuropathien, bei Schmerzen im Rahmen einer Colitis ulcerosa oder eines Morbus Crohn, bei chronischer Polyarthritis, bei komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS I und II), bei Deafferenzierungsschmerz / Stumpfschmerzen / Phantomschmerzen, beim Fibromyalgie-Syndrom (FMS), bei Kiefergelenksschmerzen / kraniomandibuläre Dysfunktion, bei chronischen Unterbauchschmerzen (Pelvipathie), bei Analschmerzen, bei einem HWS-Syndrom uvm.

4.) Konsequenzen für die Behandlung:

Aus diesen Gründen ist es im Rahmen einer effizienten interdisziplinären Schmerztherapie die Aufgabe der psychologisch-schmerztherapeutischen Behandlung, eine umfassende Analyse der bestehenden Streß belastung durchzuführen, die bestehenden körperlichen wie psychischen Auswirkungen zu identifizieren und auf dieser Basis die adäquaten Bewältigungs- und Lösungsstrategien sowohl für den Streß als auch die bestehenden Schmerz en zu vermitteln.

Diese können unterschieden werden in Strategien, die eine kurzfristige Erleichterung bezüglich der Streß belastung bewirken und Strategien, die langfristig zu einer grundlegenderen Veränderung führen können.

Die Klärung, Erprobung und die Aneignung der für die entsprechende Situation oder Person geeigneten Streß bewältigungsstrategien - unter Miteinbeziehung der Limitationen und Besonderheiten einer bestehenden chronischen Schmerz erkrankung - kann Gegenstand einer speziellen, verhaltenstherapeutisch ausgerichteten psychologischen Schmerztherapie sein.

* Pressemitteilung zu unserer Migränetherapie: www.1-migraene.de/artikel1

Hier noch eine sehr gute psychologische Literaturempfehlung: Schmerzen überwinden (einfach anklicken)

Aktualisiert: 13.03.2006
A
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C Chronischer Schmerz (www.schmerz-chronischer.de) (1), chronischer-schmerz (www.chronischer-schmerz.org)
D Diskektomie, Diskopathie, Dysästhesie,

E Eigenhypnose, EMDR (www.em-dr.de), Entzündung, Entzug, Entzugsbehandlung, Epidurale Blockade (Peridurale Blockade)
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G Ganglion stellatum, Grenzstrangblockaden, Gürtelrose-Schmerzbehandlung
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www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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Schmerzklinik: www.schmerzklinik-1.de, www.schmerzklinik.biz , www.schmerzklinik.com, www.schmerz.com
 

<strong>STRESS</strong> <strong>chronischer Schmerz</strong>

Gute Adressen für Betroffene: www.migraene.schmerzklinik.com, www.hws-syndrom.schmerzklinik.com

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